Title: Wie viel verdient man mit Podcasts auf Spotify? Die Übersicht
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Viele starten ihren Podcast auf Spotify aus Neugier, Spaß – und der leisen Hoffnung, dass am Ende auch finanziell etwas dabei herumkommt.
Die ehrliche Antwort lautet: Ja, man kann mit Podcasts auf Spotify Geld verdienen. Aber selten „einfach so“ und fast nie nur über eine einzige Quelle. Entscheidend ist nicht allein die pure Reichweite, sondern wie gut deine Hörerschaft zu potenziellen Werbepartnern passt, wie regelmäßig du sendest und ob du deinen Podcast auch als Produkt verstehst.
Wichtig auf einen Blick: So entsteht Podcast-Einkommen
Einkommen durch Podcasts gleicht meistens einem Baukasten. Spotify kann dabei eine wichtige Rolle spielen, muss aber nicht der einzige Kanal sein, über den Umsatz generiert wird.
- Werbung (z. B. Host-Reads oder eingespielte Spots) lohnt sich meist erst ab einer gewissen Reichweite.
- Abos & Mitgliedschaften funktionieren oft schon mit kleineren Communitys, solange das Vertrauen stimmt.
- Sponsoring & Kooperationen ergeben sich häufig, wenn ein Podcast eine ganz klare Nische bedient.
- Eigene Produkte/Dienstleistungen bringen oft mehr Umsatz als reine Werbung – vorausgesetzt, sie passen thematisch.
Kurz gesagt: Beim Podcasten verdienst du selten „pro Stream“ wie Musiker. Es geht vielmehr darum, wie gut du die Aufmerksamkeit deiner Hörer in Wert umwandelst – sei es für Werbepartner, über Fans oder für dein eigenes Angebot.
Verdient man auf Spotify Geld „pro Stream“?
Hier liegt oft das größte Missverständnis. Von der Musikbranche ist man gewohnt, dass jeder Stream automatisch Cent-Beträge abwirft. Bei Podcasts läuft das anders: Du stellst die Folgen bereit, Spotify liefert sie aus – Geld fließt aber erst, wenn du ein konkretes Monetarisierungsmodell dahinterlegst (wie Werbung, Abos oder Sponsoring).
Es gibt keine pauschale Formel à la „Spotify zahlt X Euro pro Podcast-Stream“, die weltweit für alle Formate gilt.
Viel wichtiger ist das Prinzip dahinter: Podcast-Werbung wird oft über den Tausender-Kontakt-Preis (CPM) oder feste Pakete berechnet. Hinzu kommen Modelle wie Affiliate-Provisionen oder direkte Mitgliederbeiträge.
Spotify ist hier zwar der Vertriebskanal, aber die eigentliche Bezahlung hängt an Verträgen und Features, nicht an einer automatischen Vergütung für das reine Abspielen.
Welche Monetarisierungswege Spotify überhaupt bietet
Spotify hat in den letzten Jahren diverse Wege zur Podcast-Monetarisierung etabliert. Welche Optionen dir genau angezeigt werden, hängt von deinem Land, deinem Hosting-Anbieter und deinem Status im Programm ab.
Wichtig zu wissen: Spotify ist Plattform und Ökosystem zugleich – manche Funktionen sind an bestimmte Tools geknüpft.
Werbung über Spotify / Spotify Audience Network
Eine Möglichkeit ist die Einbindung dynamischer Werbung. Diese Spots werden automatisch in Episoden ausgespielt – passend zu Zeitpunkt und Zielgruppe. Für Werbekunden ist das attraktiv, weil Kampagnen so gezielt steuerbar sind.
Für dich als Podcaster hat das den Charme, dass auch alte Folgen („Backkatalog“) weiterhin Geld einspielen können, solange sie gehört werden.
Ob du Zugang dazu hast, variiert. Am verlässlichsten informierst du dich auf den aktuellen Produktseiten. Zentrale Anlaufstelle ist hier meist die Spotify for Podcasters-Plattform, über die viele dieser Funktionen gesteuert werden.
Bezahl-Abos für Podcasts
Ein zweiter Weg sind Paid-Content-Modelle: Exklusive Folgen, werbefreies Hören oder Bonusformate. Das funktioniert besonders gut, wenn dein Podcast einen konkreten Nutzen bietet (z. B. Weiterbildung, tiefe Recherchen, Beratung) oder die Bindung zur Community extrem hoch ist.
Hier gilt: Du brauchst keine Millionen Hörer, aber du brauchst tiefes Vertrauen. Und du musst konsistent Qualität liefern, damit die Leute ihr Abo monatlich behalten.
Ein Abo klingt technisch nach „einmal einrichten“. In der Praxis ist es ein dauerhaftes Versprechen: „Du bekommst hier regelmäßig mehr oder besseres Material als anderswo.“
Video-Podcast als Hebel (indirekt)
Spotify setzt mittlerweile stark auf Video-Podcasts. Das bedeutet nicht automatisch mehr Geld auf dem Konto, kann aber die Bindung massiv erhöhen und sorgt oft für bessere Auffindbarkeit. Zudem öffnen sich hier neue Flächen für visuelle Werbeintegrationen.
Ein Video-Podcast liefert dir außerdem Material für Social Media (Shorts/Reels). Das fördert das Wachstum – und damit indirekt auch deine Chancen auf Sponsoren.
Wie viel ist realistisch? Warum die Spanne so groß ist
Die Frage „Wie viel verdient man?“ verlangt nach einer Zahl, aber die Realität ist eine breite Spanne. Podcasts sind extrem unterschiedlich: Nische gegen Mainstream, kurze News gegen lange Gespräche, Unterhaltung gegen Business.
Der größte Hebel ist fast immer: Reichweite kombiniert mit der Kaufkraft der Zielgruppe.
Klassische Werbung orientiert sich oft am CPM (Cost per Mille, also Preis pro 1.000 Hörer einer Episode). Dieser Wert schwankt je nach Markt und Branche erheblich.
Manche Partner zahlen lieber pauschal pro Folge oder buchen gleich ein ganzes Paket. Andere setzen auf Performance-Deals (z. B. Vergütung nach Einlösung von Rabattcodes oder Klicks auf Affiliate-Links).
Als Faustformel gilt: Mit sehr kleinen Reichweiten ist klassische Spot-Werbung oft noch mühsam. Hier sind Membership-Modelle, Coachings oder kleine Sponsoren aus der eigenen Branche meist sinnvoller.
Sobald du eine stabile, passende Hörerschaft hast, werden Werbedeals realistischer – besonders, wenn du verlässlich sendest und saubere Zahlen vorlegen kannst.
Wovon Werbepartner bei Podcasts wirklich abhängig machen
Viele denken: Hauptsache viele Plays. Spricht man aber mit Werbepartnern, zählen oft ganz andere Faktoren.
- Zielgruppen-Fit: Passt dein Thema zu einem Produkt, das deine Hörer wirklich brauchen?
- Vertrauen: Nehmen die Hörer dir deine Empfehlung ab? Die Bindung ist bei Podcasts oft viel enger als auf anderen Kanälen.
- Regelmäßigkeit: Werbekunden brauchen Planungssicherheit.
- Art der Platzierung: Pre-Roll, Mid-Roll, Post-Roll – und ob du es selbst einsprichst (Host-Read) oder ein fertiger Spot läuft.
- Messbarkeit: Gibt es Codes, Landingpages oder zumindest solide Reports über die Reichweite?
Das bedeutet: Ein kleiner, aber spitzer Nischen-Podcast kann für eine Marke wertvoller sein als ein riesiger „Gemischtwarenladen“. Und ein authentischer Host-Read schlägt oft den unpersönlichen Standard-Spot.
Typische Einnahmequellen – und wie sie sich anfühlen
Monetarisierung ist nicht nur reine Mathematik. Sie verändert auch dein Produkt. Jede Einnahmequelle bringt ihre eigenen Dynamiken mit sich – positive wie nervige.
Sponsoring (direkte Deals)
Der Klassiker: Eine Marke zahlt dafür, in deiner Episode stattzufinden. Das kann eine kurze Nennung („Presenter“) oder ein inhaltliches Segment sein.
- Vorteil: Gut planbar, oft lukrativ, Beziehungen können wachsen.
- Nachteil: Du musst verhandeln, liefern, oft Freigaben einholen und Deadlines treffen.
Wer Sponsoring will, braucht ein solides Media-Kit: Worum geht es, wer hört zu, wie oft erscheint eine Folge? Das muss nicht hochglanzpoliert sein, aber klar und seriös wirken.
Affiliate (Provision pro Verkauf)
Beliebt zum Start, weil du keine riesige Reichweite brauchst. Du empfiehlst ein Tool, Buch oder einen Kurs und erhältst eine Provision bei Kaufabschluss über deinen Link.
- Vorteil: Hängt rein von der Performance ab, technisch leicht umzusetzen.
- Nachteil: Einnahmen schwanken stark – und es klappt nur, wenn die Empfehlung wirklich passt.
Wichtig: Kommuniziere offen, dass es sich um Affiliate-Links handelt. Das erhält das Vertrauen und ist meist auch rechtlich geboten.
Mitgliedschaft / Support (Bonusfolgen, Community, werbefrei)
Ein sehr emotionales Modell: Menschen unterstützen dich, weil sie deine Arbeit schätzen und mehr davon wollen. Das läuft über Plattform-Features oder externe Anbieter (Patreon, Steady etc.).
- Vorteil: Wiederkehrende Einnahmen und mehr redaktionelle Unabhängigkeit.
- Nachteil: Du musst liefern. Community-Management kostet Zeit.
Unterschätze nicht, dass „Bonus“ auch wirklich Mehrwert bieten muss. Eine Extra-Folge pro Monat klingt wenig, ist aber redaktionell ein echter Zusatzaufwand.
Eigene Produkte und Dienstleistungen
Bietest du Coachings, Beratungen oder Kurse an? Dann ist dein Podcast oft dein bestes Marketing-Tool – vor allem, wenn das Angebot organisch aus den Themen der Folgen entsteht.
- Vorteil: Hohe Marge, du behältst die volle Kontrolle.
- Nachteil: Du brauchst ein gutes Angebot und den Mut, es auch anzusprechen, ohne dass es wie eine Dauerwerbesendung wirkt.
Was Spotify-Zahlen bedeuten (und was nicht)
Spotify liefert dir diverse Metriken: Starts, Streams, Hörer, Follower, Durchhörquote. Diese Zahlen sind wichtig – aber nicht jede Zahl lässt sich direkt in Geld umrechnen.
- Streams/Plays sind gut für die Reichweite, sagen aber allein noch nichts über Kaufkraft aus.
- Follower signalisieren Bindung. Sie sind wichtig, weil neue Folgen bei ihnen sichtbarer gepusht werden.
- Durchhörquote (Retention) ist für Werbung entscheidend: Wer bis zur Mitte dranbleibt, hört auch deine Mid-Roll-Ads.
- Wiederkehrende Hörer sind langfristig wertvoller als einmalige virale Peaks.
Willst du Partner überzeugen, zählt eine stabile Kurve oft mehr als ein einzelner Ausreißer nach oben. Marken suchen Verlässlichkeit.
Wie du grob abschätzen kannst, ob sich Werbung lohnt
Man muss keine komplizierten CPM-Rechnungen anstellen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Stell dir drei Fragen:
- Wie viele Menschen hören eine Episode im relevanten Zeitraum? (Meistens zählen die ersten 30 Tage.)
- Passt meine Zielgruppe zu typischen Werbekategorien? (Finanzen, Business, Lifestyle, Tech?)
- Wo kann ich Werbung platzieren, ohne die Atmosphäre zu zerstören? (Davor, mittendrin, danach? Wie lang darf es sein?)
Hast du pro Episode nur ein paar Hundert Hörer, lohnt sich der Aufwand für klassische Ad-Deals oft noch nicht. Hier sind Affiliate-Links oder eigene Angebote meist der bessere Start.
Ab mehreren Tausend Hörern pro Folge wird Sponsoring realistisch – vorausgesetzt, du kennst deine Zielgruppe genau und lieferst professionell ab.
Rechtliches und Vertrauen: Ohne das wird’s teuer
Geld bringt Verantwortung mit sich. Werbung muss als solche erkennbar sein, auch wenn du sie selbst einsprichst. Affiliate-Links und Codes gehören transparent gekennzeichnet. Nutzt du Musik oder Einspieler, müssen die Rechte geklärt sein.
Vor allem aber: Vertrauen ist deine Währung. Für viele Hörer fühlt sich ein Podcast sehr nah an, fast freundschaftlich. Empfiehlst du plötzlich Schrott, merkst du das sofort an negativem Feedback oder sinkenden Abo-Zahlen.
Häufige Denkfehler, die Einkommen ausbremsen
„Ich warte erst auf große Reichweite“
Wer erst ans Monetarisieren denkt, wenn es sich „richtig lohnt“, verschenkt Zeit. Monetarisierung muss nicht immer Werbung heißen. Du kannst früh eigene Angebote testen oder eine kleine Support-Option („Kaffeekasse“) anbieten, die niemanden stört.
„Mehr Ads = mehr Geld“
Mehr Werbung kann kurzfristig Umsatz bringen, aber auch Hörer kosten. Bei Podcasts ist die Konkurrenz nur einen Klick entfernt. Besser sind wenige, dafür passende Partner und Integrationen, die sich natürlich anfühlen.
„Spotify ist der einzige Hebel“
Spotify ist mächtig, aber Wachstum findet oft plattformübergreifend statt. Newsletter, Website, Social Media, Gastauftritte bei anderen: Das sind die Treiber, die am Ende auch deine Spotify-Zahlen nach oben bringen.
Konkrete Schritte: So baust du Einnahmen sauber auf
Wer nicht nur hoffen will, braucht einen Plan. Hier ist ein solides Vorgehen:
1) Definiere dein Thema so, dass es „kaufbar“ ist
Frage dich ehrlich: Wofür würde jemand in meinem Themenfeld Geld ausgeben? Tools, Beratung, Events, Weiterbildung? Je klarer die Antwort, desto leichter findest du Partner.
2) Baue ein Format, das Werbung und Angebote verträgt
Ein Podcast kann Kunst sein – wenn er Geld verdienen soll, braucht er Struktur. Wiederkehrende Rubriken, ein sauberer Einstieg und definierte Plätze für Hinweise helfen.
Hörer akzeptieren Unterbrechungen eher, wenn sie wissen, wann und wie sie kommen.
3) Sammle Kontaktpunkte außerhalb von Spotify
Eine E-Mail-Liste oder eine eigene Community ist Gold wert. Plattformen ändern ihre Algorithmen, Reichweiten schwanken. Der direkte Draht zu den Hörern macht dich unabhängiger und interessanter für Partner.
4) Starte klein: ein Angebot, ein Partner, ein Experiment
Versuche nicht, alles auf einmal zu starten. Ein Affiliate-Link, ein Test-Sponsoring oder ein kleines Supporter-Modell reicht. Lerne daraus, was funktioniert, ohne deine Hörer zu überfordern.
Wie lange dauert es, bis ein Podcast auf Spotify Geld verdient?
Das variiert stark, und Ehrlichkeit ist hier wichtig. Manche finden sofort Sponsoren, weil sie eine kaufkräftige Nische bedienen oder der Host bereits bekannt ist.
Viele Podcasts brauchen Monate, um überhaupt eine stabile Basis aufzubauen. Einige verdienen nie Geld mit Werbung, sondern indirekt über Aufträge oder eigene Produkte.
Startest du bei null, sieht die Realität meist so aus: Erst Regelmäßigkeit, dann Hörerbindung, dann Wachstum – und daraus folgen Einnahmen. Wer nur auf das schnelle Geld schielt, gibt oft zu früh auf. Wer ein Format mit Substanz baut, hat langfristig die besseren Karten.
Was du tun kannst, wenn Spotify-Monetarisierung (noch) nicht verfügbar ist
Nicht alle Spotify-Features sind in jedem Land sofort freigeschaltet. Das heißt aber nicht, dass du nicht verdienen kannst.
Direkte Sponsoren, Affiliate-Links in den Shownotes oder externe Support-Plattformen funktionieren unabhängig von Spotify-Tools. Wichtig ist nur, dass du deine Hörer nicht mit zu vielen Optionen verwirrst.
Um grundsätzlich zu verstehen, wie Podcast-Werbung technisch und preislich eingeordnet wird, lohnt ein Blick in Branchen-Standards wie den Leitfaden des IAB. Der Text ist zwar eher für Profis gedacht, erklärt aber gut, warum Messbarkeit und Vergleichbarkeit so entscheidend sind.
Ein gesundes Ziel: Einnahmen, die zum Podcast passen
Gute Monetarisierung wirkt nicht wie ein Fremdkörper. Sie ist eine Verlängerung dessen, was du ohnehin tust: unterhalten, helfen, erklären.
Wenn die Einnahmequelle dazu passt, bleiben die Hörer dabei – und du fühlst dich damit auch wohl.
Vielleicht ist es Werbung. Vielleicht sind es Abos. Vielleicht ist der Podcast „nur“ der Kanal, der dir Kunden bringt. Alles davon ist okay. Wichtig ist, dass du es bewusst entscheidest und nicht einfach nur darauf wartest, dass Spotify Geld überweist.
Sollte das organische Wachstum mal stagnieren, kann gezielte Promotion in bestimmten Phasen sinnvoll sein – etwa zum Start einer neuen Staffel oder um ein Highlight-Format zu pushen. Dabei gilt es, realistisch zu bleiben. Für spezifische Marketing-Ziele nutzen manche Podcaster ergänzend Services wie Spotify Monatliche Hörer oder Deutsche Spotify Klicks. Wer parallel stark auf Video setzt, greift teils auch auf YouTube Klicks zurück.


