Der Song ist im Kasten, das Cover steht, der Finger schwebt über dem „Veröffentlichen“-Button. Genau dann passieren oft die kleinen Fehler, die später richtig nerven.
Bei Spotify scheitert es selten an der Musik selbst, sondern an Metadaten, Timing oder Rechtefragen. Die gute Nachricht: Wenn du die Fallen kennst, kannst du sie locker umgehen.
Kurz erklärt: die häufigsten Probleme beim Spotify-Upload
Das Wichtigste vorab: Die meisten Probleme entstehen nicht bei Spotify, sondern schon davor – beim Upload über deinen Distributor. Eine saubere Routine spart dir hier Support-Tickets, Stress am Release-Tag und Tippfehler, die sich später kaum noch korrigieren lassen.
- Zu spät hochgeladen: Der Release verschiebt sich oder ist online, bevor du ihn pitchen konntest.
- Falsche Metadaten: Buchstabendreher bei Namen, Titeln oder der ISRC sorgen für Chaos.
- Ungeklärte Rechte: Samples, Beats oder Features werden zum Bumerang.
- Audio/Artwork-Format: Falsche Dateien führen zu Ablehnungen oder mieser Qualität.
- Versions-Chaos: Radio Edit statt Explicit, falscher Mix oder das falsche Master hochgeladen.
Hier sind die Klassiker unter den Fehlern – und Wege, wie du sie stressfrei vermeidest.
Wie läuft das Hochladen zu Spotify wirklich ab?
Du lädst Songs fast nie direkt bei Spotify hoch, sondern über einen Distributor (Aggregator). Der liefert Audio, Cover und Daten an die Stores. Spotify prüft dann primär zwei Dinge: Entspricht alles den technischen Richtlinien? Sind die Angaben logisch?
Wichtig: Nur weil der Upload fertig ist, ist der Release noch nicht durch. Bis alles verarbeitet und sichtbar ist, vergeht Zeit. Genau die brauchst du für letzte Checks, Pitching und deine Promo.
Fehler 1: Zu knappes Timing – und warum das so oft weh tut
Oft wird zu spät hochgeladen, weil der Song ja „eigentlich fertig“ ist. Aber fertig komponiert heißt noch nicht: final exportiert, gemastert, benannt und mit sauberem Cover versehen.
Lädst du erst wenige Tage vor Termin hoch, kann schon eine kleine Rückfrage den ganzen Plan sprengen.
Was ist realistisch?
Plan lieber mehrere Wochen Vorlauf ein. Das klingt trocken, ist aber deine Versicherung gegen Panik. Du gewinnst Zeit für:
- technische Checks (Audio & Cover),
- Korrekturen an den Metadaten,
- die korrekte Zuordnung zum Künstlerprofil,
- Pre-Saves und Presse-Vorbereitung.
Vorlauf ist außerdem Pflicht, wenn du den Song über Spotify for Artists pitchen willst. Wie das genau funktioniert, erklärt Spotify im Spotify for Artists Hilfebereich.
Praktische Routine
Arbeite mit Deadlines, als wärst du dein eigenes Label: Wann muss der Mix stehen? Wann das Master? Wann das Cover? Wann der Upload?
Bau dir einen Puffer zwischen Upload und Release ein – damit du agieren kannst, statt nur zu hoffen.
Fehler 2: Metadaten schlampig ausfüllen (und später überall falsch stehen)
Metadaten sind kein Papierkram, sondern der Ausweis deines Songs: Titel, Beteiligte, Rechteinhaber. Sie bestimmen, wie der Song gefunden und abgerechnet wird.
Ein Fehler hier zieht sich durch alle Plattformen – von Spotify über Apple Music bis Tidal.
Typische Metadaten-Fallen
- Künstlername: Unterschiedliche Schreibweisen (z. B. „Müller“ vs. „Mueller“) erzeugen ungewollt neue Profile.
- Songtitel: Zusätze wie „NEW“, „2026“ oder „Official“ haben im Titelfeld nichts verloren.
- Featured Artists: Features gehören oft in ein separates Feld beim Distributor, nicht einfach in den Titelnamen.
- Komponist/Autor: Oft leer gelassen, auch wenn man selbst geschrieben hat.
- Sprache/Explicit: Falsche Haken führen zu falscher Kennzeichnung oder Ablehnung.
Sieh es pragmatisch: Entscheide dich für eine Schreibweise und zieh sie bei jedem Release durch.
Mini-Check vor dem Abschicken
- Künstlername exakt? Immer gleich schreiben, keine Variationen.
- Features korrekt? Im richtigen Feld eingetragen, nicht wild im Titel.
- Version klar? Ist es ein Remix, Radio Edit oder Live-Take?
- Explicit richtig? Ein falscher Tag macht nur Ärger.
- Credits vollständig? Songwriter, Producer und Label eingetragen?
Im Zweifel: Schlag nach oder frag den Support, bevor du später wochenlang Korrekturen hinterherrennst.
Fehler 3: Künstlerprofil falsch zugeordnet – und plötzlich bist du „nicht du“
Klassiker: Der Song landet auf einem fremden Profil oder es wird ein neues erstellt, obwohl du schon eins hast. Das passiert oft bei Namensgleichheiten.
Warum passiert das?
Plattformen arbeiten mit IDs. Wenn der Distributor die falsche ID liefert oder Spotify den Namen nicht zuordnen kann, landet der Song falsch.
Das lässt sich fixen, kostet aber Zeit und Aufmerksamkeit.
So minimierst du das Risiko
- Wähl beim Distributor direkt dein existierendes Spotify-Profil aus.
- Schreib deinen Artist-Namen immer zu 100 % gleich.
- Ganz neu? Claim dein Profil über Spotify for Artists, sobald möglich.
Falls es doch passiert: Schreib deinem Distributor ein Ticket. Er hat die Datenhoheit und kann die Verschiebung anstoßen.
Fehler 4: Rechte und Lizenzen unterschätzen (Samples, Beats, Coverversionen)
Der Gedanke „Ich lad das einfach hoch, merkt schon keiner“ ist riskant. Unklare Rechte führen zu Takedowns oder eingefrorenen Einnahmen.
Samples
Samples brauchen ein Clearing – vor dem Release. Die Ausrede „War nur kurz zu hören“ zählt rechtlich nicht.
Faustregel: Wenn du nicht sicher bist, ob das Sample frei ist, ist es nicht frei.
Beats und Leasing
Check deinen Leasing-Vertrag: Darf der Beat gestreamt werden? Wie viele Streams sind erlaubt? Ist er exklusiv?
Kläre das schriftlich vor dem Upload, sonst drohen später Änderungen an den Credits oder die Löschung.
Coverversionen
Coverversionen sind kein Freifahrtschein. Je nach Land und Distributor brauchst du eine Lizenz. Manche Distributoren regeln das gegen Gebühr, bei anderen musst du dich selbst kümmern.
Nimm das ernst: Falsch deklarierte Cover fliegen oft direkt bei der Prüfung raus.
Fehler 5: Audio nicht im erwarteten Format – und warum das nicht pingelig ist
„Klingt gut“ reicht nicht. Distributoren brauchen spezifische Formate, damit die Songs auf allen Plattformen fehlerfrei laufen.
Ignorierst du die Specs, riskierst du Ablehnungen oder seltsame Artefakte beim Streaming.
Worauf du achten solltest
- Nutz das Format, das der Distributor fordert (meist High-Res WAV).
- Kein Clipping: Übersteuerte Master sind nicht „fett“, sondern technisch kaputt.
- Saubere Fades: Achte auf korrekte Start- und Endpunkte.
- Keine unnötige Stille am Anfang (außer als Stilmittel).
Hör dir den finalen Export auf Kopfhörern an. Kleinigkeiten wie Knackser, harte S-Laute oder fehlender Bass fallen oft erst jetzt auf.
Lautheit: lieber konsistent als maximal
Streaming-Dienste normalisieren die Lautstärke. Ein extrem laut gepresstes Master klingt am Ende oft flacher und kraftloser als ein dynamischerer Mix.
Ausgewogenheit gewinnt meist gegen reine Lautstärke.
Fehler 6: Cover-Artwork falsch oder problematisch (auch rechtlich)
Das Cover sorgt überraschend oft für Ärger. Entweder stimmt das Format nicht oder der Inhalt verletzt Richtlinien.
Die häufigsten Gründe für Ablehnung
- falsche Pixelmaße oder Dateiformat,
- unscharfe, verpixelte Bilder,
- verbotene Texte wie „Out Now“, „Exclusive“ oder „Limited Edition“,
- fremde Markenlogos oder geschützte Symbole,
- irreführende Infos (z. B. Künstlername auf dem Cover stimmt nicht mit den Metadaten überein).
Bei Fotos gilt: Hast du die Rechte? Ein Bild „aus Google“ ist tabu, und auch bei Stockfotos musst du die Lizenzbedingungen genau lesen.
Fehler 7: Falsche Versionen hochladen – und dann ist es zu spät
Passiert den Besten: Man lädt versehentlich den Vor-Mix hoch, den falschen Vocal-Take oder vertauscht Clean mit Explicit.
Sobald der Song live ist, wird die Korrektur unnötig kompliziert.
So schützt du dich davor
- Benenne Dateien eindeutig (Datum + Version), vermeide „final_final_echtjetzt.wav“.
- Erstell einen Ordner nur für die absoluten Final-Files.
- Hör die Datei vor dem Upload einmal komplett durch.
Beim finalen Check hörst du oft noch Kleinigkeiten: ein Knacksen im Fade-Out oder zu viel Stille am Anfang. Das sind Sekunden Arbeit, die dir später Ärger ersparen.
Fehler 8: Credits und Splits nicht sauber klären (und später gibt’s Streit)
Sobald mehrere Leute mitmischen, wird es schnell kompliziert. Wer hat was geschrieben? Wer kriegt wie viel Prozent?
Was du vor dem Upload klären solltest
- Wer muss als Songwriter/Komponist genannt werden?
- Wie sehen die Splits (Prozentanteile) aus?
- Künstlername oder bürgerlicher Name in den Credits?
- Wer lädt den Song hoch (bei Kollabos)?
Mach es nicht komplizierter als nötig. Eine kurze Mail-Bestätigung reicht oft schon. „Wir klären das später“ ist gefährlich – meist gibt es Streit, sobald Geld fließt.
Fehler 9: Release-Strategie ignorieren – und der Song geht einfach unter
Viele haken den Upload ab und wundern sich, dass nichts passiert. Spotify ist voll. Ohne Plan ist dein Song zwar verfügbar, wird aber nicht automatisch gehört.
Was du vorher vorbereiten kannst
- Spotify Canvas und ein aktuelles Profilbild.
- Eine Story zum Song: Ein guter Satz reicht oft.
- Content-Snippets: Zwei, drei kurze Clips für Social Media.
- Smartlink und ein festes Release-Datum.
Das ist kein riesiges Marketing-Konzept, sondern Basisarbeit: Gib den Leuten Kontext und einen einfachen Weg zum Song.
Fehler 10: Ablehnungen vom Distributor persönlich nehmen (statt sie schnell zu lösen)
Eine Ablehnung fühlt sich mies an, hat aber meist rein formale Gründe: Formatfehler, widersprüchliche Daten oder Artwork-Probleme.
So gehst du effizient vor
- Lies die Begründung genau – oft steht die Lösung direkt dabei.
- Korrigiere nur das Nötige, um keine neuen Fehler einzubauen.
- Frag im Zweifel konkret beim Support nach.
Lieber einmal ruhig fixen als hektisch rumprobieren. Eine Ablehnung sagt nichts über die Qualität deiner Musik aus.
Welche Tools und Zugänge du rechtzeitig einrichten solltest
Ein paar saubere Einstellungen sparen dir später Stunden an Arbeit.
Spotify for Artists
Hier verwaltest du dein Profil, siehst Zahlen und pitchst neue Songs. Hol dir den Zugang, sobald dein Profil steht.
Distributor-Dashboard sauber halten
Hinterlege deine Standards: Labelname, Credits, wiederkehrende Features. Je weniger du jedes Mal neu tippen musst, desto weniger Fehler passieren.
Letzter Qualitätscheck: 15 Minuten, die sich immer lohnen
Nimm dir vor dem Abschicken kurz Zeit für eine Routine. Das hat nichts mit Perfektionismus zu tun, sondern mit Professionalität.
Checkliste kurz vor dem Upload
- Audio einmal komplett durchgehört?
- Explicit/Clean-Tag richtig gesetzt?
- Alle Namen und Versionen korrekt geschrieben?
- Cover-Format und Inhalt okay?
- Release-Datum und Zeitzone geprüft?
- Credits und Splits eingetragen?
Lass, wenn möglich, jemand anderen drüberschauen. Vier Augen sehen mehr Tippfehler als zwei müde Augen.
Wenn nach dem Release etwas schief ist: Was du (realistisch) tun kannst
Manchmal fällt es erst auf, wenn der Song online ist: falscher Name, altes Cover, Tippfehler.
Wichtig: Du musst fast alles über den Distributor regeln – und das dauert.
Metadaten korrigieren
Tippfehler oder falsche Credits änderst du im Dashboard des Distributors. Der schickt ein Update an Spotify. Plane ein, dass das ein paar Tage dauern kann.
Audio austauschen
Audio tauschen ist schwierig. Manche Distributoren erlauben es bei Fehlern, oft musst du aber neu hochladen (Takedown & Re-Upload).
Prüf erst die FAQ deines Distributors, bevor du den Song vorschnell löschst.
Release runternehmen
Takedown geht immer, aber du verlierst Streams und Playlist-Platzierungen. Wäge ab, ob der Fehler gravierend genug für einen Neustart ist.
Woran du erkennst, dass dein Upload-Prozess „gesund“ ist
Perfektion ist nicht das Ziel, sondern ein stabiler Ablauf. Gute Zeichen sind:
- Deine Releases landen direkt auf dem richtigen Profil.
- Metadaten sehen überall gleich und sauber aus.
- Du hast keinen Last-Minute-Stress, weil der Puffer funktioniert.
- Du kannst in einem Satz sagen, was der Release ist und für wen.
Wenn das läuft, wird Veröffentlichen zur Routine statt zur Zitterpartie. Der Kopf bleibt frei für das Wichtigste: die nächste Musik.
Manchmal kann bezahlte Promotion helfen, um organische Signale zu verstärken. Wichtig ist, das nur als Ergänzung zu sehen – die Basis bleiben gute Musik und saubere Daten. Wer die Reichweite etwas anschieben möchte, nutzt dafür Formate wie Spotify Monatliche Hörer oder Deutsche Spotify Klicks; für Sichtbarkeit abseits von Spotify können auch Instagram Views sinnvoll sein.


