Du kannst deine eigene Musik nicht einfach so bei Spotify hochladen – zumindest nicht wie ein Urlaubsfoto auf Social Media. Spotify akzeptiert neue Releases fast nie direkt, sondern arbeitet dafür mit Vertrieben (Distributoren) zusammen.
Das klingt im ersten Moment nach einem Umweg, ist aber eigentlich praktisch: Der Vertrieb übernimmt die Technik, kümmert sich um Metadaten, prüft die Rechte und liefert deine Tracks an die Streaming-Plattformen aus. Mit guter Vorbereitung ist der eigentliche Upload oft in weniger als einer Stunde erledigt – und du sparst dir später viel Ärger.
Wichtig auf einen Blick (Kurz erklärt)
- Du brauchst einen Distributor: Er ist die Brücke zu Spotify (und meist auch zu Apple Music, Deezer & Co.).
- Audio, Cover, Metadaten: Hier muss alles stimmen. Titel, Artist-Namen, ISRC/UPC und Credits müssen fehlerfrei sein.
- Plane genug Vorlauf ein: Nur so ist dein Release pünktlich live und du hast Zeit fürs Pitching.
- Spotify for Artists: Ein Muss für dein Profil, Canvas-Videos, Statistiken und den direkten Playlist-Pitch.
- Rechte klären: Kläre Samples, Beats, Features und Cover-Songs unbedingt vorher, um Probleme zu vermeiden.
Wenn du diese Punkte beachtest, wirkt dein Release sofort professionell. Außerdem minimierst du das Risiko, dass dein Song abgelehnt wird oder fehlerhaft online geht.
Warum du nicht direkt bei Spotify hochladen kannst
Spotify lagert den Upload-Prozess an Distributoren und Labels aus, um Daten und Rechte zu standardisieren. Ein Distributor liefert nämlich nicht nur die Audiodatei, sondern auch alle Informationen, die Spotify für die Datenbank braucht: Wer ist der Haupt-Artist? Wer hat mitgewirkt? Wie heißen die Tracks? Handelt es sich um eine spezielle Version (Radio Edit, Explicit, Remix) und sind die Rechte geklärt?
Das fordert dich am Anfang kurz heraus, weil du einen Anbieter wählen und dich einarbeiten musst. Dafür bekommst du aber einen stabilen Prozess an die Hand – quasi eine „Release-Checkliste“ – und erreichst mit einem Klick meist gleich mehrere Plattformen.
Ein weiterer Vorteil: Viele Distributoren übernehmen direkt die Abrechnung deiner Streaming-Einnahmen und bereiten die Zahlen übersichtlich für dich auf.
Welche Wege es gibt: Distributor, Label oder Aggregator
In der Praxis landen die meisten Independent-Releases über einen Distributor (oft auch „Aggregator“ genannt) bei Spotify. Die Alternative sind klassische Labels: Wenn du dort unter Vertrag bist, läuft der Upload über deren Infrastruktur.
Distributor (typisch für Indie-Artists)
Hier legst du ein Konto an, lädst Audio und Cover hoch, füllst die Metadaten aus und bestimmst Release-Datum sowie Plattformen. Die Kostenmodelle variieren: Manche Anbieter verlangen eine Gebühr pro Release oder Jahr, andere behalten einen kleinen prozentualen Anteil deiner Einnahmen ein. Was für dich günstiger ist, hängt davon ab, wie oft du veröffentlichst.
Label (wenn du einen Deal hast)
Das Label übernimmt die komplette Veröffentlichung, oft inklusive Marketing, Playlist-Promo und Pressearbeit. Im Gegenzug gibst du Rechte oder Einnahmen ab. Beachte dabei: Je nach Vertrag hast du eventuell weniger Mitspracherecht bei Timing und Assets.
Direct-Upload? In der Praxis: nein
Man liest online ab und zu von „direkt bei Spotify hochladen“. Für reguläre Musikveröffentlichungen ist das jedoch nicht der Weg. Geh fest davon aus, dass der Distributor dein Standardprozess ist.
Was du vor dem Upload vorbereiten solltest (damit nichts schiefgeht)
Die meisten Fehler passieren nicht beim Upload selbst, sondern davor: schlechte Metadaten, ungeklärte Rechte oder fehlende Dateien. Eine gute Vorbereitung wirkt zwar trocken, zahlt sich aber aus. Du willst dich später schließlich nicht mit Support-Tickets herumschlagen, während dein Release verschoben werden muss.
Audio: Master, Format und Versionen
Die genauen technischen Anforderungen nennt dir dein Distributor. Standard sind meist WAV-Dateien in hoher Qualität (z. B. 16 Bit/44,1 kHz).
Viel wichtiger als theoretische Zahlen ist aber ein sauber gemasterter Track: Vermeide Clipping, hörbare Störgeräusche und lass sinnvolle Reserven (Headroom). Falls du verschiedene Versionen hochlädst (Explicit/Clean, Radio Edit, Instrumental), benenne die Dateien eindeutig, damit du nicht durcheinanderkommst.
Cover: sauber, klar, ohne riskante Elemente
Cover-Artworks sind ein häufiger Grund für Ablehnungen. Plattformen sind hier streng: Keine URLs, keine Social-Media-Namen, keine reißerischen Werbeslogans und keine Logos von Fremdmarken. Auch Texte, die wie Preisangaben oder Rabatte wirken, sind tabu.
Ein weiterer Klassiker sind Urheberrechtsverstöße: Nutze nur Bilder, an denen du die Rechte besitzt, oder lizenziertes Artwork.
Metadaten: klein, aber entscheidend
Metadaten klingen nach Bürokratie, sind aber essenziell. Sie steuern, wie dein Release gefunden, angezeigt und bezahlt wird. Sei hier besonders genau:
- Artist-Name: Achte auf eine konsistente Schreibweise (inklusive Leer- und Sonderzeichen).
- Tracktitel: Keine unnötigen Zusätze im Titel; markiere Versionen lieber über die entsprechenden Felder.
- Featurings: Lege diese korrekt als „feat.“ oder „Featured Artist“ an (nicht einfach in den Titel schreiben, wenn das System ein separates Feld hat).
- Songwriter/Producer-Credits: Gib alle Beteiligten so vollständig wie möglich an.
- Sprache/Explicit: Sei ehrlich bei der Angabe von Explicit Content, sonst gibt es später Probleme bei der Auslieferung.
Im Zweifel gilt: Wähle die korrekte, vielleicht etwas „langweilige“ Variante. Kreativ austoben kannst du dich in der Musik und im Cover – Metadaten sind Verwaltung.
Rechte klären: Original, Samples, Beats und Cover-Songs
Dein Release kann technisch makellos sein – wenn die Rechte nicht geklärt sind, wird er trotzdem blockiert oder später wieder entfernt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann deinen Account gefährden.
Deshalb lohnt sich ein realistischer Check, bevor du auf „Absenden“ klickst.
Eigener Song (selbst produziert, keine Samples)
Der einfachste Fall: Du hast alles selbst komponiert und aufgenommen. Wenn mehrere Leute beteiligt waren, klärt intern, wer als Songwriter gilt und wie die Anteile (Splits) aussehen. Das muss nicht öffentlich gemacht, aber dokumentiert werden.
Beat-Lease oder Producer-Beat
Hast du einen Beat geleast? Dann lies dir die Lizenzbedingungen genau durch. Darfst du ihn für Spotify nutzen? Gibt es Obergrenzen für Streams oder Verkäufe? Darfst du Content-ID oder Monetarisierung einschalten? Diese Details werden wichtig, sobald dein Song Fahrt aufnimmt.
Samples und Interpolations
Samples sind ein Risikofaktor. Viele Distributoren fragen beim Upload explizit danach. Ohne die nötigen Clearances (Freigaben) riskierst du eine Ablehnung oder spätere Urheberrechtsansprüche (Claims).
Falls du gesampelt hast: Kümere dich vor dem Release um die Freigabe oder greife auf samplefreie Alternativen zurück.
Cover-Song (du spielst einen bekannten Song nach)
Ein Cover ist nicht automatisch erlaubt, nur weil du es selbst eingespielt hast. In vielen Ländern benötigst du eine mechanische Lizenz oder musst sicherstellen, dass die Veröffentlichung rechtlich sauber ist.
Einige Distributoren bieten dafür spezielle Lizenzierungs-Services an. Prüfe das frühzeitig, da es deine Zeitplanung beeinflussen kann.
Den passenden Distributor wählen: worauf es wirklich ankommt
Anbieter gibt es viele, und fast alle werben mit „Release in Minuten“. Die Unterschiede liegen oft im Detail: Wie läuft die Abrechnung? Wie gut ist der Support? Welche Extras gibt es?
Nimm dir die Zeit für einen Vergleich. Den Anbieter später zu wechseln, ist meistens nervig.
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung
- Kostenmodell: Zahlst du pro Release, eine Jahresgebühr oder gibst du Anteile ab?
- Dauerhaftigkeit: Bleibt deine Musik online, auch wenn du das Abo kündigst?
- Auszahlung: Gibt es Mindestbeträge? Wie oft wird ausgezahlt? Fallen Gebühren an?
- Support: Wie schnell und in welcher Sprache antwortet der Support? (Wichtig, wenn es kurz vor Release klemmt.)
- Features: Brauchst du Split-Payments, Team-Zugänge, Pre-Save-Optionen oder YouTube Content ID?
Gerade am Anfang ist eine übersichtliche Bedienung und ein erreichbarer Support oft mehr wert, als den letzten Cent zu sparen.
Schritt-für-Schritt: Musik über einen Distributor zu Spotify bringen
Die Benutzeroberflächen unterscheiden sich je nach Anbieter leicht, aber das Prinzip bleibt gleich. Wenn du den Ablauf einmal verstanden hast, geht der nächste Release viel leichter von der Hand.
1) Konto anlegen und Artist-Profil vorbereiten
Lege fest, wie dein Artist-Name bei Spotify erscheinen soll. Gibt es schon jemanden mit diesem Namen? Dann wähle eine eindeutige Schreibweise, um Verwechslungen zu vermeiden.
Viele Distributoren unterstützen dich später dabei, den Release dem korrekten Spotify-Profil zuzuordnen.
2) Release-Typ wählen: Single, EP oder Album
Entscheide dich für den Typ, den du auch in deiner Kommunikation nutzen willst. Eine EP ist nicht per se „besser“ als eine Single, weckt aber andere Erwartungen (mehr Tracks, längere Promo-Phase).
Wichtig: Die Reihenfolge der Tracks ist nicht nur Kosmetik. Sie bestimmt maßgeblich, wie Hörer deine Musik erleben.
3) Audiodateien hochladen
Lade nur finale Master hoch, keine Demos. Hör dir nach dem Upload Anfang und Ende noch einmal an: Sind die Fades sauber? Gibt es unnötige Stille oder Klickgeräusche?
Falls der Distributor eine Loudness-Analyse anbietet, nimm sie als Orientierung, aber entscheide am Ende musikalisch, nicht stur nach Werten.
4) Cover hochladen
Achte auf die geforderten Pixelmaße und darauf, dass das Bild auch im Kleinformat erkennbar bleibt. Spotify zeigt Cover in Playlists oft winzig an.
Ein Design, das auf dem großen Monitor beeindruckt, kann auf dem Handy schnell matschig wirken, wenn es zu überladen ist.
5) Metadaten eintragen (hier passieren die meisten Fehler)
Trage Titel, Artist, Features, Versionen und Credits exakt so ein, wie sie erscheinen sollen. Korrekturen sind später zwar oft möglich, aber mühsam und dauern ihre Zeit.
Ein falsch gesetztes „feat.“ kann beispielsweise dazu führen, dass dein Song nicht im Profil des Gast-Artists auftaucht – und dir Reichweite entgeht.
6) Veröffentlichungsdatum und Uhrzeit festlegen
Plane unbedingt Puffer ein. Viele Artists setzen das Datum zu knapp und verbauen sich damit Chancen wie Pitching oder eine saubere Promo-Kampagne.
Wenn du ein festes Datum im Kopf hast (z. B. passend zu einem Konzert oder Video), lade den Song rechtzeitig hoch, damit er am Stichtag auch wirklich live ist.
7) Stores auswählen und ausliefern
Meistens kannst du wählen, ob du nur Spotify oder auch andere Plattformen beliefern willst. In der Regel ist „alle Stores“ sinnvoll, um maximale Verfügbarkeit zu erreichen.
Exklusivität macht im Streaming-Bereich für Newcomer selten Sinn. Falls du es doch willst, entscheide dich bewusst dafür.
8) Finaler Check und Einreichen
Bevor du den Button drückst: Lies alles einmal laut vor. Stimmen die Tracktitel? Ist die Schreibweise überall gleich? Passt die Reihenfolge der Features? Das klingt banal, rettet aber regelmäßig vor peinlichen Fehlern.
Danach heißt es: Warten, bis die Plattformen deinen Release verarbeitet haben.
Spotify for Artists einrichten: Profil claimen, Pitching, Tools nutzen
Sobald dein Release geplant oder live ist, solltest du dir Zugang zu Spotify for Artists verschaffen. Dort verwaltest du dein Profilbild, deine Bio, Social Links und Canvas-Videos. Außerdem siehst du hier deine Statistiken.
Ein wichtiges Feature: Du kannst unveröffentlichte Songs für redaktionelle Playlists pitchen – vorausgesetzt, du hast genug Vorlauf eingeplant.
Wie genau du deinen Zugang einrichtest, erklärt Spotify im Hilfebereich für Artists sehr verständlich.
Profil-Details, die sofort professioneller wirken
- Artist-Picture: Ein professionelles Foto, klar und ohne Text.
- Bio: Kurz, aktuell und auf den Punkt (bitte nicht nur „coming soon“).
- Artist Pick: Pinne deinen wichtigsten Song oder eine Playlist oben an dein Profil.
- Canvas: Ein kurzes Loop-Video erhöht oft die Aufmerksamkeit und Wiedererkennung.
Das alles ersetzt kein Marketing, sorgt aber dafür, dass neue Hörer nicht sofort wieder abspringen, weil dein Profil unfertig aussieht.
Wie lange dauert es, bis der Release auf Spotify live ist?
Die Dauer hängt von deinem Distributor, dem Timing und eventuellen Prüfungen ab. Oft sind Releases innerhalb weniger Tage online, manchmal geht es schneller, manchmal dauert es länger.
Verzögerungen gibt es meist, wenn etwas unklar ist (Rechte, Metadaten, Cover-Regeln). Plane deshalb lieber großzügig.
Ein entspannter Vorlauf verschafft dir Zeit für Pre-Save-Kampagnen, Pressearbeit und den Pitch via Spotify for Artists. Kurzfristige „Blitz-Releases“ sind zwar möglich, nehmen dir aber viele Möglichkeiten.
Häufige Ablehnungsgründe – und wie du sie vermeidest
Eine Ablehnung fühlt sich mies an, liegt aber meistens gar nicht an der Musik, sondern an formalen Fehlern. Die gute Nachricht: Mit etwas Sorgfalt kannst du das vermeiden.
Cover verstößt gegen Regeln
Verzichte auf URLs, Social-Media-Handles, Preisangaben, Markenlogos oder ungeklärte Bilder. Im Zweifel gilt: Mach das Cover „cleaner“. Ein starkes Bildmotiv wirkt oft besser als ein überladenes Design.
Metadaten widersprüchlich
Ein Klassiker: Auf dem Cover steht ein anderer Titel als in den Metadaten, oder ein Feature ist im Titel versteckt, statt im entsprechenden Feld. Plattformen lieben Konsistenz – halte dich an einheitliche Schreibweisen.
Rechte unklar (Samples, Beats, Cover)
Wenn du unsicher bist, ob du ein Sample nutzen darfst, kläre es vorher. Die Strategie „wird schon niemand merken“ kann teuer werden, sobald dein Track Erfolg hat.
Audioqualität oder Stille am Anfang/Ende
Auch technische Fehler passieren. Hör dir die finalen Dateien vor dem Upload genau an. Manchmal verschieben sich Dinge beim Export.
Wenn der Song im falschen Artist-Profil landet: so gehst du vor
Das passiert öfter als gedacht, gerade bei häufigen Namen. Bleib ruhig, das lässt sich meist korrigieren, braucht aber etwas Geduld.
- Prüfe, ob dein Distributor beim Upload die Angabe einer Spotify-Artist-ID ermöglicht.
- Falls ja: Nutze beim nächsten Mal unbedingt deine ID.
- Zur Korrektur: Kontaktiere den Support deines Distributors und bitte um ein „Artist Mapping“ bzw. eine Neuzuordnung.
Spotify selbst kann zwar auch helfen, aber der Weg über den Distributor ist oft effektiver, da er die Datenquelle ist.
Vor dem Release: eine praktische Checkliste für deinen Drop
- Audio final: Ist das Master korrekt benannt und fehlerfrei?
- Cover final: Rechte geklärt, keine verbotenen Elemente, auch klein lesbar?
- Metadaten geprüft: Stimmen Titel, Artists, Features und Credits? Ist das Explicit-Flag korrekt?
- Release-Datum: Hast du genug Puffer für Prüfung und Pitching eingeplant?
- Spotify for Artists: Sind Profilbild, Bio und Artist Pick bereit?
- Kommunikation: Hast du Ankündigungen, Snippets und ggf. Videos vorbereitet?
Wenn du diese Liste abhaken kannst, bist du professioneller aufgestellt als viele andere Artists.
Nach dem Upload: was du in den ersten Tagen tun solltest
Sobald dein Track online ist, beginnt die Arbeit, die oft unterschätzt wird: Kontrolle und Kommunikation. Du musst nicht stündlich Zahlen checken, aber ein Kontrollblick am Anfang ist wichtig.
Release prüfen
Sitzt das Cover? Stimmen alle Angaben? Ist der Song im richtigen Profil? Passt die Reihenfolge auf der EP? Melde Fehler sofort – je länger du wartest, desto mehr Links führen ins Leere oder zur falschen Version.
Links und Assets bereitstellen
Erstelle einen zentralen Link (Smart-Link) für Bio, Stories und Videobeschreibungen. Viele Distributoren liefern so etwas direkt mit. Das macht es Hörern leichter, deinen Song auf ihrer bevorzugten Plattform zu finden.
Playlists: realistisch bleiben, aber aktiv sein
Editorial-Playlists sind toll, aber kein verlässlicher Business-Plan. Setze lieber auf eigene Playlists, schreibe passende Kuratoren höflich an und sorge dafür, dass echte Menschen deinen Song speichern, weil er ihnen gefällt.
Wie Spotify grundsätzlich mit Uploads über Partner umgeht, kannst du auch auf der Spotify Support-Seite zum Thema nachlesen.
Was du zu Einnahmen, Abrechnung und Transparenz wissen solltest
Spotify überweist Einnahmen in der Regel nicht direkt an dich, sondern an deinen Distributor oder dein Label. Dort tauchen die Zahlen dann auf – oft mit etwas Zeitversatz. Diese Verzögerung ist normal, da Streams erst gesammelt und verarbeitet werden müssen.
Bleib bei den Erwartungen realistisch: Streaming-Einnahmen schwanken und hängen von vielen Faktoren ab (Herkunft der Hörer, Abo-Modell, Gesamtmarkt). Konzentriere dich anfangs auf Reichweite, Fanbindung und regelmäßige Musik. Die Einnahmen folgen meist als Konsequenz daraus, sie sind selten der Startpunkt.
Typische Fragen: Kann ich Songs später ändern oder löschen?
Kann ich den Track nachträglich austauschen?
Das ist meist schwierig. Plattformen betrachten einen Release als festes Produkt. Kleine Metadaten-Fehler lassen sich oft korrigieren, aber ein neues Master hochzuladen erfordert meist einen neuen Release (oder zumindest eine neue Version). Frag im Zweifel vorher beim Support deines Distributors nach.
Kann ich meinen Song entfernen?
Ja, du kannst über deinen Distributor ein sogenanntes „Takedown“ beantragen. Es dauert dann ein paar Tage, bis der Song überall verschwunden ist.
Aber Achtung: Wenn du den Song später neu veröffentlichst, gehen alte Speicherungen, Playlist-Platzierungen und Statistiken meist verloren.
Bleiben meine Streams erhalten, wenn ich den Distributor wechsle?
Das ist möglich, wenn du die Identifikatoren (ISRC für Tracks, UPC/EAN für den Release) exakt übernimmst und den Wechsel sauber koordinierst. Es ist machbar, aber technisch nicht ganz trivial. Nimm dir dafür Zeit und mach es nicht „mal eben schnell“.
Ein sauberer Release ist kein Hexenwerk – aber ein Prozess
Eigene Musik auf Spotify zu bringen, ist heute für fast jeden machbar. Die Herausforderung liegt weniger im „Wie“, sondern darin, einen verlässlichen Ablauf zu etablieren: Rechte klären, Assets vorbereiten, Daten pflegen, Zeit einplanen.
Wenn du diesen Prozess einmal sauber aufgesetzt hast, wird jeder künftige Release einfacher. Dann kannst du dich auch wieder voll auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Musik machen, die hängen bleibt.
Wenn ein Song organisch anläuft, kann gezielte Promotion manchmal helfen, diesen ersten Impuls zu verstärken – solange sie echten Content und eine echte Fanbasis ergänzt, statt sie zu ersetzen. Für bestimmte Ziele nutzen manche Artists z. B. Deutsche Spotify Klicks, kombinieren das für mehr Sichtbarkeit mit Spotify Monatliche Hörer oder setzen begleitend auf Videosignale wie YouTube Klicks. Entscheidend ist aber immer, die Wirkung nüchtern zu bewerten und den Fokus auf eine langfristige Bindung zu legen.


