Die Spotify-Startseite fühlt sich oft an wie ein digitales Schaufenster: Manchmal passt alles perfekt zu deinem Geschmack, und manchmal fragst du dich, warum dir ausgerechnet das angezeigt wird.
Die gute Nachricht ist: Du hast mehr Einfluss darauf, als es auf den ersten Blick scheint. Zwar kannst du das Design nicht pixelgenau selbst basteln, aber du kannst dem Algorithmus dahinter sehr genau beibringen, was du sehen willst – und was bitte draußen bleiben soll.
Kurz erklärt: Was du an der Spotify-Startseite wirklich ändern kannst
Das Wichtigste vorab: Die Startseite ist kein statisches Menü, das du einmal einrichtest und fertig. Spotify würfelt sie dynamisch zusammen. Was du aber in der Hand hast, sind die Signale, mit denen du diesen Prozess fütterst – plus ein paar wichtige Schalter für deine Privatsphäre.
- Empfehlungen lenken: Das läuft über dein Hörverhalten, deine Likes, Playlists und den „Nicht interessiert“-Button.
- Sichtbarkeit regeln: Hier helfen die private Session und die Einstellungen zur Höraktivität.
- Ausmisten: Ein aufgeräumter Verlauf und klare Routinen sorgen für weniger Zufallstreffer.
- Mixes trainieren: Indem du Playlists wie „Discover Weekly“ und „Release Radar“ gezielt mit den richtigen Infos fütterst.
Wenn die Startseite wieder mehr nach „dir“ aussehen soll, ist der Weg fast immer der gleiche: Stopp die falschen Signale und setz bewusst ein paar richtige.
Warum sich die Startseite ständig verändert (und was Spotify dafür nutzt)
Spotify setzt deine Startseite wie ein Puzzle zusammen. Die Bausteine sind zum Beispiel „Zuletzt gehört“, „Für dich“, neue Releases, Mixes, Podcasts oder – je nach Region – auch Hörbücher. Welche Teile du siehst und wo sie liegen, entscheidet der Algorithmus anhand von Daten.
Diese Signale wiegen am schwersten:
- Was lief bei dir in den letzten Tagen und Wochen (und was hast du geskippt)?
- Was speicherst du (Likes/Saves) oder packst es in Playlists?
- Wem folgst du (Artists/Podcastern) und welche Playlists hast du abonniert?
- Was lehnst du aktiv ab (z. B. via „Nicht interessiert“)?
Deshalb kann die Startseite auch mal „kippen“: Ein paar Tage nur ein bestimmtes Genre, ein viraler Song in Dauerschleife oder ein Abend, an dem Gäste die Musik ausgesucht haben – schon denkt Spotify: Davon bitte jetzt mehr.
Erst prüfen: Gerät, App-Version und Kontoart
Bevor du tief in die Einstellungen abtauchst, lohnt ein kurzer Realitätscheck. Spotify sieht zwar auf iOS, Android, dem Desktop und im Web-Player ähnlich aus, aber die Optionen sind nicht überall gleich. Manche Schalter findest du nur am Rechner, andere nur in der App.
Dazu kommt: Spotify testet gerne. Es kann also sein, dass Menüpunkte plötzlich anders heißen oder woanders liegen, weil du in einer Testgruppe für ein neues Layout gelandet bist.
Ob du Free oder Premium nutzt, ändert an der Grundmechanik der Startseite wenig, auch wenn Premium-Nutzer je nach Region manchmal ein paar zusätzliche Komfortfunktionen sehen.
Wo du die relevanten Einstellungen findest (ohne dich zu verlaufen)
Einen zentralen Menüpunkt „Startseite konfigurieren“ wirst du vergeblich suchen. Die Hebel sind verstreut: Ein Teil liegt im Datenschutz, ein anderer in den Social-Optionen, und vieles passiert direkt durch dein Verhalten in der App.
In der mobilen App (iOS/Android)
Tippe auf dein Profilbild (oder das Zahnrad) und geh zu Einstellungen und Datenschutz. Je nachdem, welche Version du hast, findest du dort Punkte wie Höraktivität, private Sessions oder Benachrichtigungen.
Merke: Diese Einstellungen bestimmen vor allem, wie „sozial“ oder wie „privat“ deine Startseite wirkt.
Am Desktop (Windows/Mac)
Am Computer verstecken sich viele Social-Optionen in den Kontoeinstellungen. Gerade wenn du deine Höraktivität für andere sichtbar oder unsichtbar machen willst, hast du hier oft den besseren Überblick.
Falls du etwas nicht sofort findest: Keine Panik. Spotify benennt Dinge gerne mal um. Such im Zweifel nach Stichworten wie „Privat“, „Höraktivität“ oder „Social“.
„Zuletzt gespielt“ beruhigen: So verhinderst du peinliche oder störende Empfehlungen
Oft will man die Startseite nur deshalb ändern, weil dort Dinge auftauchen, die man eigentlich nicht (mehr) sehen will: Kinderlieder, Hörspiele zum Einschlafen oder der eine Song, den man nur aus Neugier angeklickt hat.
Wichtig: „Zuletzt gespielt“ ist mehr als nur eine Liste – es ist ein starkes Signal an den Algorithmus. Es geht hier also nicht nur um Optik, sondern darum, Spotify wieder einzunorden.
Private Session nutzen, wenn andere mithören
Wenn du weißt, dass gleich Musik läuft, die nicht in dein Profil „einfließen“ soll (Party, Kinderdisco, Büro-Speaker), ist die private Session dein bester Freund. Was hier läuft, wird kaum für Empfehlungen genutzt und taucht auch nicht bei deinen Freunden auf.
Höraktivität ausblenden, wenn du Ruhe willst
Wenn dich der soziale Aspekt nervt oder du einfach nicht möchtest, dass andere sehen, was du hörst, schalte die Höraktivität aus. Das ändert zwar nicht jede Empfehlung auf deiner Startseite, nimmt aber den Druck raus und macht dein Hörerlebnis wieder privater.
Alle Details dazu hat der Spotify Support zur Höraktivität zusammengefasst.
Empfehlungen gezielt umbiegen: „Nicht interessiert“ ist mächtiger als sein Name
Es gibt in Spotify direkte Wege, Vorschläge abzulehnen. Viele nutzen das viel zu selten – dabei ist das einer der effektivsten Hebel überhaupt.
Egal ob bei Songs, Künstlern, Playlists oder Podcasts: Such nach dem Menü (meist die drei Punkte „…“). Dort findest du Optionen wie:
- Nicht interessiert (bei konkreten Vorschlägen)
- Diesen Künstler nicht abspielen (direkt auf dem Profil oder im Song-Menü)
- Aus der Warteschlange entfernen oder ähnliche Inhalte reduzieren
Praxis-Tipp: Sei hier konsequent. Spotify lernt für verschiedene Bereiche teilweise getrennt. Wenn ein ungeliebter Song im Karussell verschwindet, taucht er vielleicht woanders wieder auf. Bleib dran und wähl ihn im Zweifel mehrfach ab.
Discover Weekly & Release Radar: So machst du die Playlists wieder relevant
Für viele ist der „Discover Weekly“ am Montag das Herzstück der Startseite. Der „Release Radar“ (meist freitags) liefert Neuheiten von Artists, denen du folgst. Wenn diese Listen plötzlich danebenliegen, liegt das meist an deinen Hörsignalen der letzten Zeit.
Was hilft, wenn Discover Weekly „falsch abbiegt“?
- Mehr Liken: Speicher Songs, die du wirklich magst (Herz/Plus) – das ist ein klares „Mehr davon“.
- Ehrlich Skippen: Wenn du Songs sofort wegdrückst, merkt sich Spotify das als negatives Signal.
- Aussortieren: Nutze „Nicht interessiert“ bei allem, was gar nicht passt.
- Folgen: Abonniere Artists, deren neue Musik du auf keinen Fall verpassen willst – das füttert direkt den Release Radar.
Vorsicht bei „Hintergrundmusik“: Wer den ganzen Tag LoFi oder Ambient zum Arbeiten hört, färbt seine Empfehlungen extrem ein. Eine klare Routine hilft: Starte dafür lieber eine feste Playlist bewusst, statt dich vom Autoplay treiben zu lassen.
Neue Musik vs. Trends: Wie du die Startseite „erwachsener“ wirken lässt
Die einen wollen nur Neuerscheinungen, die anderen lieber bewährte Hits. Spotify mischt meist beides – plus virale Trends. Einen Knopf für „Nur Neuheiten“ gibt es nicht, aber du kannst deine Präferenz deutlich machen.
So setzt du die richtigen Signale:
- Folge mehr Artists, statt nur einzelne Songs zu hören. Das zeigt Interesse an Neuveröffentlichungen.
- Nutze den „Neu“-Bereich aktiv und speichere daraus Songs ab.
- Ignoriere Trend-Schleifen: Wenn du virale Hits nur aus Neugier anklickst, gib ihnen kein Like und hör sie nicht in Dauerschleife.
Geduld ist hier wichtig. Der Effekt kommt selten über Nacht. Spotify braucht ein paar Tage bis Wochen neue Daten, um alte Muster zu überschreiben.
Deine eigene „Startseite“ bauen: mit angepinnten Playlists und smarter Routine
Wenn du beim App-Start sofort deine Musik willst, ohne lange zu suchen, hilft ein einfacher Trick: Bau dir deine eigene Schaltzentrale. Das ersetzt nicht die offizielle Startseite, macht sie aber deutlich unwichtiger.
Playlist-Pins nutzen (sofern verfügbar)
Auf vielen Geräten kannst du deine Lieblings-Playlists oder Alben anpinnen. Sie landen dann ganz oben in der Bibliothek. Das fühlt sich im Alltag fast an wie eine eigene Startseite: Ein Tippen, und los geht’s.
Eine „Tagesplaylist“ statt Chaos
Wenn du oft nicht weißt, womit du anfangen sollst, hilft eine selbst gepflegte Playlist. Sie muss gar nicht riesig sein – sie muss nur funktionieren.
Checkliste für eine funktionierende Playlist:
- 20–30 Tracks: Genug Abwechslung, aber überschaubar.
- Klarer Zweck: Egal ob „Morgens“, „Sport“, „Fokus“ oder „Auto“.
- Regelmäßig pflegen: Alle ein bis zwei Wochen drei Songs raus, drei neue rein.
Der Effekt: Du reduzierst Zufallssignale. Statt ständig neue Vorschläge anzutesten, hörst du das, was dich wirklich repräsentiert – und genau das spiegelt sich irgendwann auf der Startseite wider.
Autoplay, Smart Shuffle & Radio: Wenn Spotify „zu viel“ übernimmt
Funktionen wie Autoplay (spielt nach dem Album ähnliche Musik weiter) oder Smart Shuffle (mischt Empfehlungen in deine Playlist) sind praktisch, können aber auch nerven. Vor allem, wenn Spotify dich damit dauerhaft in musikalische Nischen schickt, die du nur mal kurz besucht hast.
Für mehr Ruhe auf der Startseite gilt: Weniger Automatik, mehr bewusste Auswahl. Schalte Autoplay ab, wenn du merkst, dass es dich in falsche Richtungen lenkt. Und wenn Smart Shuffle dir ständig unpassende Tracks reinspült, bleib lieber beim klassischen Shuffle.
Wo du die Schalter findest, zeigt dir der Spotify Support zu Autoplay.
Warum manchmal Podcasts oder Hörbücher dominieren (und wie du das eindämmst)
Spotify ist längst mehr als nur Musik. Wenn du mal eine Phase mit vielen Podcasts hattest, kann die Startseite schnell sehr textlastig werden. In manchen Regionen gilt das auch für Hörbücher.
So holst du die Musik wieder nach vorne:
- Mehr Musik hören: Klingt banal, ist aber der stärkste Hebel.
- Aufräumen: Entfolge Podcasts, die du nicht mehr aktiv hörst.
- Ablehnen: Nutze auch hier „Nicht interessiert“, wenn dich bestimmte Shows stören.
Du musst nicht alles löschen. Meist reicht es, ein bis zwei Wochen konsequent Musik zu hören und zu speichern, damit der Algorithmus den Fokus wieder verschiebt.
Wenn du wirklich neu starten willst: Was du (nicht) löschen kannst
Manchmal ist ein Profil so chaotisch, dass man sich einen Reset-Knopf wünscht. Den gibt es leider nicht. Du kannst deine Empfehlungen nicht einfach auf „Null“ setzen, aber du kannst sinnvoll aufräumen.
Diese Schritte bringen oft etwas
- Entfolgen: Trenn dich von Artists und Podcasts, die nicht mehr zu dir passen.
- Playlists entrümpeln: Vor allem die, die du oft siehst, aber nie hörst.
- Bewusst hören: Setz für ein bis zwei Wochen ganz klare Signale (Saves, Follows, Skips).
Was du realistisch erwarten solltest
Spotify lernt über Zeiträume. Wenn du jahrelang alles durcheinander gehört hast, wird die Startseite auch weiterhin breit gefächert bleiben. Du kannst die Richtung ändern – das funktioniert aber eher wie bei einem großen Schiff: durch Umlenken, nicht durch eine Vollbremsung.
Typische Probleme beim Ändern der Startseite (und schnelle Lösungen)
„Ich finde den Menüpunkt nicht.“
Vermutlich nutzt du eine andere App-Version oder ein anderes Gerät als beschrieben. Schau mal unter „Einstellungen und Datenschutz“, checke Desktop vs. Handy und mach ein Update. Wenn Spotify gerade am Layout bastelt, sind manche Schalter auch mal vorübergehend verschollen.
„Ich habe etwas geändert, aber es passiert nichts.“
Der Algorithmus ist träge. Er baut die Empfehlungen nicht nach jedem einzelnen Klick komplett neu. Gib der Sache ein paar Tage und bleib bei deinem Hörverhalten konsequent. Wenn du heute Autoplay ausschaltest, es morgen aber wieder stundenlang laufen lässt, gewinnt die Gewohnheit.
„Meine Startseite zeigt Dinge, die ich nie hören würde.“
Klassiker bei gemeinsam genutzten Geräten (Smart Speaker, Familien-Tablet, Auto). Oder jemand anders nutzt heimlich dein Konto. Lösung: Passwort ändern, alle Geräte abmelden („Überall abmelden“) und im Zweifel ein Family-Abo sauber trennen.
Ein alltagstauglicher Plan für die nächsten 7 Tage
Du willst nicht ewig rumprobieren? Dann hilft eine strukturierte Woche. Kein Hexenwerk, nur gezieltes „Umlernen“ für den Algorithmus.
- Tag 1: Entfolge 5–10 Dingen, die nicht mehr passen (Artists, Podcasts, alte Playlists).
- Tag 2: Bau dir eine Playlist (oder poliere eine alte auf), die dich wirklich repräsentiert.
- Tag 3: Höre bewusst und speichere 10 Songs, die du liebst.
- Tag 4: Sei streng: Nutze „Nicht interessiert“ bei allem, was nervt.
- Tag 5: Folge 5 Artists, deren neue Releases du sehen willst.
- Tag 6: Check deine Settings: Autoplay aus, wenn es dich stört?
- Tag 7: Fazit: Was ist besser geworden, was ist noch hartnäckig?
Nach dieser Woche ist die Startseite selten perfekt, aber meistens wieder viel näher an deinem Geschmack. Wenn du dabei bleibst – also weiter fleißig likst und ablehnst – bleibt sie das auch.
Manchmal hilft auch ein kleiner Push von außen, um Dinge ins Rollen zu bringen – etwa wenn ein neuer Release gut ankommt, aber noch Reichweite fehlt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn der Song Qualität hat, dein Profil stimmig wirkt und du parallel für echte Interaktionen wie Saves und Follows sorgst. Wer hier strategisch vorgehen will, kann zum Beispiel Deutsche Spotify Klicks mit Spotify Monatliche Hörer kombinieren oder zusätzlich YouTube Klicks nutzen, um die Sichtbarkeit messbar zu erhöhen.


